Gefeierte Premiere des Sinfonieorchesters

Nach einer dreimonatigen Probephase war es endlich soweit, das neugegründete Sinfonieorchester der Musikschule Vaterstetten feierte unter der Leitung von Henry Bonamy eine gelungene Premiere. Zum ersten Mal in der 50jährigen Geschichte der Musikschule war es gelungen ein vollständiges Sinfonieorchester mit mehr als 70 Musikerinnen und Musikern auf die Beine zu stellen – formiert von dem in München lebenden, französischen Dirigent Henry Bonamy.

Zum Auftakt erklang Händels „Feuerwerksmusik“ mit Pauken und Trompeten in festlichem Gewand und im zweiten Werk des Abends konnten sich die Gäste im Wohlklang Elgars „Pomp And Circumstance“ finden. Das dritte Stück des Konzertes wurde zum Höhepunkt im ersten Teil. Patrick Goppold als Klaviersolist spielte mit dem Orchester das Klavierkonzert Nr.2 von Sergei Rachmaninoff und überzeugte mit seinem virtuosen Spiel bei einem der anspruchsvollsten Klavierkonzerte überhaupt.

Goppold ist seit 10 Jahren Klavierlehrer in der Musikschule und hat sein Examen an der Musikhochschule München absolviert. Sein Zusammenspiel mit dem Orchester und Dirigent Bonamy begeisterte das Publikum, das den Solisten nicht ohne Zugabe von der Bühne ließ.

Nach der Pause wurde es moderner, denn der zweite Teil des Konzertes hatte zunächst den bekannten „Jazz Walzer“ aus der Suite für Variete-Orchester von Dimitri Schostakowitch im Programm und Dirigent Bonamy legte mit beschwingten Tempi den Grundstein für eine gelungene Interpretation, bei der das Alt Saxofon das klangliche „I Tüpfelchen“ ist.

Danach wurde es cineastisch, die Filmmusik zu „Star Wars“ von John Williams interpretierte Bonamy in straffen Tempi und das Orchester spielte mit höchster Motivation. Anschließend kündigte Musikschulleiter Bernd Kölmel den absoluten Höhepunkt des Programms an, denn es war der Vaterstettener Musikschule gelungen die Originalnoten für Sinfonieorchester und Band zur „Top Gun – Suite“ vom Komponisten, dem Baldhamer Grammy Gewinner und Musiker Harold Faltermeyer, höchst selbst zu bekommen. Das Arrangement wurde exklusiv zum 60. Geburtstag von Faltermeyer geschrieben und nur einmal gespielt. Faltermeyer sagte der Musikschule spontan zu und stellte die Noten dem Premierenkonzert des Orchesters zur Verfügung. Dirigent, Streicher, Bläser, eine komplette Band mit E Gitarre und Sänger sorgten für ein berauschendes Finale und regelrechten Musikfest.

„Bigband rollt den Jubiläums-Teppich aus“

Zum ersten Mal fand heuer – am 18. Und 19. März – das Vaterstettener Jazz-Meeting statt und „man kann nur staunen über das Netzwerk von Musikschulleiter Bernd Kölmel, das so etwas möglich macht“ (Zitat, SZ vom 20.3.23). Mit dabei waren Joo Kraus + Band, das Chris Gall / Till Martin Duo, das „2 Generation of Trumpet“ Projekt mit Matthias Schriefl und Andy Haderer sowie die neu zusammengestellte Bigband Vaterstetten.

Beide Konzertabende waren restlos ausverkauft und fanden im Atrium des Humboldt-Gymnasiums statt. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: Mit dem „Jazz Meeting“ hat sich die Musikschule Vaterstetten ein grandioses Geschenk zum Jubiläum gemacht. Mit dem Auftritt der Lokalmatadoren Chris Gall (Piano) und Till Martin (Saxophon) als Duo sowie JooJazz – Joo Kraus und Band am Samstag und den sonntäglichen Bläser-Höhenflügen ist ein Auftakt gemacht, der vielgestalten Jazz-Szene im Landkreis eine neue, attraktive Adresse hinzuzufügen. Der stürmische Applaus ist gerechtfertigter Vorschuss auf kommende Abenteuer.“ Das schreit förmlich nach einer Wiederholung.

 

Standing Ovations beim Gitarrenfestival

Am Samstag, 28. Januar, fand das erste Gitarrenfestival Vaterstetten, organisiert von der Musikschule, in ausverkauftem Haus statt. Zum finalen Schlusskonzert mit dem Titel „Nacht der tausend Saiten“ kamen rund 200 Gäste und erlebten Saitenvirtuosen der Extraklasse.

Den Beginn machte der 30jährige Münchner Ausnahmegitarrist Jonathan Bockelmann, der seine erste Solo CD präsentierte und das Publikum mit seinen Eigenkompositionen mitnahm in seinen Klangkosmos. Im Anschluss daran stellte Gastgeber und Musikschulleiter Bernd Kölmel zwei Lehrkräfte der Musikschule vor, die ihr Duo mit Violine und Gitarre „Ten Strings“ genannt haben. Ingrid Westermeier Gitarre und Sunny Howard Violine zelebrieren in ihrem Zusammenspiel ein musikalisches Kaleidoskop das von spanischem Tango über bayrische Volksmusik bis zu heißen Jazzrhythmen reicht.

Nach einer kurzen Pause präsentierte Kölmel Daniel Stelter und Lulu Reinhard, eines der weltbesten Gitarrenduos. Das Publikum war begeistert und die Musiker dankten es ihnen mit einem nicht enden wollenden Spielrausch. Zum Finale holten die beiden spontan Sunny Howard mit der Geige auf die Bühne und zelebrierten gemeinsam den Ellington Klassiker „It Don´t mean a Thing“. Erst nach mehreren Zugaben endete das Konzert – Künstler, Publikum sowie der Ideengeber Bernd Kölmel waren glücklich über die mehr als gelungene Premiere der Nacht der tausend Saiten und so bleibt die Hoffnung auf eine Neuauflage im nächsten Jahr.